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Personalabbau

Personalabbau - Mildern Sie die Folgen!


Im Rahmen eines Personalabbau spricht man am meisten von Strategien zur Milderung der Folgen. Das am häufigsten diskutierte Instrument ist der Sozialplan, welcher entgegen der landläufigen Meinung auch bei Massenentlassungen nicht obligatorisch ist.

Informationspolitik

Von vorrangiger Bedeutung ist allerdings in jedem Fall die Informationspolitik. Sowohl beim individuellen als auch kollektiven Personalabbau sind die Regeln guter Kommunikation einzuhalten: die korrekte Reihenfolge der informierten Gruppen (Betroffene, Mitarbeitende, Öffentlichkeit), die Zeitgerechtigkeit (sobald bekannt und die einzelnen Gruppen unmittelbar nacheinander) sowie die Transparenz (bzgl. Entscheidungsgrundlagen) und Offenheit (für mögliche Verhandlungsspielräume). Im Folgenden sind die wichtigsten Instrumente, gegliedert nach individuellen und kollektiven Massnahmen, aufgeführt:

Individuell

  • Information
  • vorzeitige Pensionierung
  • Outplacement.


  • Kollektiv

  • Information
  • Sozialpläne
  • Gruppenoutplacement
  • Vermittlungsprogramme.


  • Zeichnet sich bei einem Unternehmen die Notwendigkeit von Personalabbaumassnahmen ab, so ist zuerst die Frage angezeigt, ob diese nicht vermieden oder reduziert werden könnten.
    Dazu muss auf die zentrale Überlegung zurückgegriffen werden, dass es nicht das oberste Ziel ist, Personal abzubauen, sondern Kosten zu reduzieren. Der erste Schritt ist die Ausschöpfung des arbeitsrechtlichen Spielraumes und der freiwilligen Bereitschaft der Mitarbeitenden. Als nächster Schritt wird versucht, das Personal in weiteren Bereichen einzusetzen. In Ansätzen handelt es sich bei diesen Überlegungen bereits um Ressourcenstrategien. Folgende Massnahmen bieten sich an:
    • Abbau von Überstunden(-guthaben)
    • Einführung von Kurzarbeit
    • Feriengestaltung (Betriebsferien, Weiterbildungsurlaub, Förderung unbezahlter Ferien)
    • Einstellungsstopp
    • Umwandlung von Voll- in Teilzeitarbeit (Jobsharing)
    • Erweiterung der Lagerhaltung
    • Insourcing (Rücknahme von Leistungen, die bis anhin von Fremdfirmen erstellt wurden)
    • Vorziehen von Reparatur- und Erneuerungsarbeiten.

    Proaktive anstelle reaktiver Massnahmen

    Die vorgängig geschilderten Strategien sind deutlich reaktiv. Das Unternehmen reagiert mit eher kurzfristig wirksamen Massnahmen - die Unternehmensstrategie bleibt unberührt.

    Flexibilisierungsstrategie

    Die Flexibilisierungsstrategien stellen weitere proaktive Strategien dar. Wenn die Human-Ressourcen nicht mehr fest an das Unternehmen gebunden werden (sondern beispielsweise über Personalvermittlung, über Outsourcing oder mittels Kooperationen gebildeten virtuellen Unternehmen), kann es gar nicht mehr zur Notwendigkeit eigentlicher Personalabbaumassnahmen kommen.

    Arbeitsmarktfähigkeit

    Eine andere proaktive Strategie basiert auf einer offenen, (arbeits-) marktbezogenen Personalentwicklung. Traditionelle Konzepte der Personalentwicklung sahen vor, dass die Mitarbeitenden spezifisch auf das Unternehmen bezogene Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben. Dazu gehörten entsprechend stabile Leistungserstellungs- und Produktionsprozesse sowie praktisch lebenslange Anstellungen. Bei derartigen Rahmenbedingungen sind die Mitarbeitenden stark spezialisiert und deren Fähigkeiten und Kenntnisse sind für andere Unternehmen kaum von Nutzen. Gleichzeitig kann das Unternehmen auch nicht rasch zusätzliche Human-Ressourcen beschaffen, da neue Mitarbeitende zuerst die spezifischen Kenntnisse erwerben müssen. Das bedeutet, dass der Austausch mit dem Arbeitsmarkt stark erschwert ist. Ein Unternehmen, das bereit ist, seine Mitarbeitenden generalistisch zu entwickeln und einzusetzen, wird damit konfrontiert werden, dass Mitarbeitende das Unternehmen leicht verlassen können, da sie auch bei anderen Unternehmen eingesetzt werden können. Auf der anderen Seite kann das Unternehmen auch leichter wieder neues Personal beschaffen, und vor allem sind Personalabbaumassnahmen viel weniger schmerzhaft (die Betroffenen finden leichter eine neue Stelle) oder eventuell gar nicht nötig, da die Mitarbeitenden die Stelle selbst wechseln. Als Begriffe haben sich dazu Arbeitsmarktfähigkeit und Employability etabliert.
    Es stehen uns also drei verschiedene proaktive Strategietypen zur Verfügung:
    • Ressourcenstrategien
    • Flexibilisierungsstrategien (von flexiblen Beschäftigungsmodellen über Wissensmanagement bis zu virtuellen Unternehmen)
    • Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit der Mitarbeitenden mit einer marktbezogenen Personalentwicklung (Employability).
    Allen drei Strategietypen ist gemeinsam, dass sie nur ausnahmsweise kurzfristig eingesetzt werden können. Es handelt sich folglich um Personalstrategien, welche bei der Entwicklung der Unternehmensstrategie miteinbezogen werden müssen, wenn nicht sogar die Unternehmensstrategie auf diesen aufbauen muss. Im Weiteren ist bei allen eine Humanvermögensrechnung angezeigt. Ohne präzise Kenntnisse über die Erfolgswirkung von personellen Massnahmen und der Auswirkung von neuen Unternehmensstrategien auf die erfolgten Personalinvestitionen ist keine systematische Planung möglich.
    Verwandte Begriffe
    [ Reorganisation, Kündigung, Personaleinsatz, Effizienzsteigerung ]
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